Status-Update zur Kommunalpolitik in Wedel am 19. Januar 2026.
Warum wird der Haushalt 2026/2027 erst im Februar beschlossen?
Die Entscheidung über die Haushaltssatzung wurde vertagt, um den Fraktionen zusätzliche Beratungszeit einzuräumen. Die aktuelle Finanzlage ist kritisch: Wedel steht vor einem strukturellen Defizit im Bereich der laufenden Verwaltungstätigkeit von ca. 27 Mio. Euro in den kommenden 3 Jahren und einem Kassenkreditbedarf von bis zu 85 Mio. Euro.
Wichtige Anträge im Überblick:
- CDU-Begleitbeschluss: Fokus auf Haushaltssicherung 2028 und Einsparungen.
- WSI-Einzelhaushalt: Antrag auf Abkehr vom Doppelhaushalt für das Jahr 2026.
Hinweis: Ausführliche Analysen zum Begleitbeschluss und zum Haushaltsformat werden in Kürze separat veröffentlicht.
Sicherheit im Rathaus: Wie reagiert die Stadt auf Gewalt gegen Personal?
Nach schweren Vorfällen, darunter Bedrohungen mit Waffen, führt Bürgermeisterin Julia Fisauli-Aalto neue Sicherheitsstandards ein:
- Einsatz eines Sicherheitsdienstes während der Servicezeiten (Investition: 54.900 €/Jahr).
- Installation der Gisbo-Alarmsoftware für Notrufe vom Arbeitsplatz.
Ist der Erhalt des Stadtteilzentrums „Mittendrin“ wirtschaftlich?
Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung der Verwaltung prognostiziert beim Erhalt im Eigentum einen Kostenvorteil von 185.000 Euro über 30 Jahre. Ein vorliegendes Investorenangebot von 500.000 € wurde im Vergleich zum Bodenrichtwert als zu gering bewertet.
Position von CDU und FDP: Beide Fraktionen lehnten die Vorlage ab. Sie kritisieren fehlende Informationen und zweifeln die Belastbarkeit der vorgelegten Zahlen an. Die vorgelegte Wirtschaftlichkeitsberechnung reiche nicht aus.
Priorisierung: Badebucht vor Kleinteiligkeit
Der HFA überwies mehrere Anträge (u. a. für das Elbestadion und die JRG-Sportanlage) zur Entscheidung in den Rat. Im Fokus steht die Priorisierung: Der bereits gestellte Förderantrag für die Sanierung der Badebucht hat aufgrund seines Umfangs und der regionalen Bedeutung Vorrang vor kleineren Projekten. Es muss noch geklärt werden, inwieweit zu viele Anträge schädlich wären. Eventuell könnte es passieren, dass ein kleiner Antrag genehmigt wird und dafür die Badebucht nicht.
Tourismusabgabe statt Bettensteuer
Eine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen: Die Verwaltung soll die Einführung einer Tourismusabgabe prüfen. Im Gegensatz zu einer Bettensteuer, die Beherbergungsbetriebe einseitig belasten würde, ermöglicht die Tourismusabgabe eine zweckgebundene Finanzierung der touristischen Infrastruktur in Wedel, ohne die lokalen Betriebe durch zusätzliche Bürokratie oder Kosten zu schwächen.
Transparenz durch modernes Berichtswesen
Die CDU forderte eine verbindliche Richtlinie für das städtische Berichtswesen nach dem Vorbild der Stadt Elmshorn. Ziel ist eine datenbasierte Steuerung der Finanzen und Projekte gemäß den Vorgaben des Landesrechnungshofes. Der Antrag wurde einstimmig dem Rat empfohlen.