Die Konkurrenz um die Bundesförderung für Sportstätten hat eine neue, besorgniserregende Dimension erreicht. Das aktuelle Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ ist bundesweit 20-fach überzeichnet. Das bedeutet konkret: Auf jeden verfügbaren Euro kommen Anfragen im Wert von 20 Euro.
Vor diesem Hintergrund steht die Kommunalpolitik in Wedel am kommenden Donnerstag vor einer kritischen Richtungsentscheidung, die über Millionenbeträge für unsere Stadt entscheiden könnte.
Die Badebucht: Unser Projekt mit höchster Priorität
Unser wichtigstes Vorhaben ist unbestritten die Badebucht. Mit einem Investitionsvolumen von rund 15,3 Millionen Euro und einer erhofften Förderung von bis zu 8 Millionen Euro ist dieses Projekt das Rückgrat unserer Sportstättensanierung. Die Projektskizze wurde bereits eingereicht, doch die enorme Überzeichnung des Bundesprogramms macht deutlich, dass nur eine absolute Minderheit der Projekte bundesweit eine Zusage erhalten wird.
Das Risiko zusätzlicher Anträge
Trotz dieser Ausgangslage stehen am Donnerstag drei weitere Vorhaben zur Abstimmung im Rat:
- Modernisierung der Laufbahn im Elbestadion
- Grundsanierung der Sportanlage am Johann-Rist-Gymnasium (JRG)
- Umbau des östlichen Tennenplatzes im Freizeitpark
Was auf den ersten Blick nach einer Maximierung der Chancen aussieht, bereitet uns in der aktuellen Situation große Sorgen.
Unsere Sorge: Die Gefahr der gegenseitigen Verdrängung
Wir befürchten, dass wir uns durch eine Vielzahl von Anträgen selbst im Weg stehen könnten. Wenn eine Kommune mehrere Projekte gleichzeitig für denselben Fördertopf ins Rennen schickt, zwingt dies die Entscheider in Berlin zu einer internen Abwägung.
Unsere größte Sorge ist konkret: Sollte der Bund ein kleineres Projekt – etwa die Sanierung der Laufbahn – zur Förderung auswählen, sinkt die Wahrscheinlichkeit massiv, dass zeitgleich auch das Millionen-Projekt Badebucht bewilligt wird. Ein „Trostpreis“ für ein kleineres Vorhaben wäre ein herber Rückschlag, wenn dadurch die dringend benötigten Fördermittel für unser Hallenbad blockiert werden.
Fazit: Fokus statt Risiko
In einem derart überlaufenen Wettbewerb ist eine klare Schwerpunktsetzung oft der Schlüssel zum Erfolg. Wir müssen uns fragen, ob wir durch das Nachschieben weiterer Anträge die Erfolgsaussichten für die Badebucht schmälern. Ein unmissverständliches Signal nach Berlin – mit Fokus auf unsere absolute Priorität 1 – halten wir strategisch für den sichereren Weg, um die Zukunft unserer Sportlandschaft in Wedel zu sichern.