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Sozialer Wohnungsbau unter Druck – Was Schleswig-Holstein jetzt ändern will

Jan Luechau 24. Mai 2025
Keine Kommentare zu “Sozialer Wohnungsbau unter Druck – Was Schleswig-Holstein jetzt ändern will”

Update (19.06.2025): Diskussion im Planungsausschuss zur Präsentation von Dr. Krüger

Im Anschluss an die Präsentation von Dr. Maik Krüger zur sozialen Wohnraumförderung entwickelte sich im Planungsausschuss eine intensive Debatte über die Auswirkungen des Wedeler Infrastrukturfolgekostenkonzepts auf die Förderfähigkeit von Bauprojekten. Dr. Krüger betonte, dass das Land Schleswig-Holstein die Transparenz des Konzepts anerkenne, jedoch Sorgen habe, dass durch die zusätzlichen Kosten – etwa 200 Euro pro Quadratmeter – geförderte Projekte in Wedel an Wirtschaftlichkeit verlieren und somit keine Förderzusage erhalten könnten. Er schlug vor, über eine mögliche Aussetzung der Abgabe zumindest für den geförderten Wohnraum ins Gespräch zu kommen.

Mehrere Fraktionen wiesen diesen Vorschlag zurück oder äußerten Skepsis. Die Grünen und die WSI betonten, dass die Abgabe keinen neuen Kostenblock darstelle, sondern bereits zuvor über städtebauliche Verträge erhoben wurde. Sie verwiesen auf die angespannte Haushaltslage der Stadt und argumentierten, dass Infrastrukturkosten – insbesondere für Kitas und Schulen – weiterhin refinanziert werden müssten. Ein Verzicht auf die Abgabe würde letztlich die Kommune treffen und könnte nur über andere Einnahmequellen, etwa eine Erhöhung der Grundsteuer, kompensiert werden.

Die CDU zeigte sich offener für eine Aussetzung der Abgabe bei sozialem Wohnungsbau, um die Umsetzung wichtiger Projekte nicht zu gefährden. Auch die FDP betonte, dass Fördermaßnahmen des Landes mit ausreichender Gegenfinanzierung einhergehen müssten, da Kommunen viele Aufgaben von Bund und Land ohne ausreichende Mittel übernähmen.

Dr. Krüger hob mehrfach hervor, dass es dem Ministerium nicht darum gehe, Investoren zu entlasten, sondern die Realisierbarkeit von Projekten insgesamt zu sichern – angesichts von Baukosten, die vielerorts bei 5.000 Euro pro Quadratmeter liegen, während die Fördergrenze bei 3.500 Euro angesetzt sei. Besonders in Wedel mit hohen Grundstückspreisen und weiteren Belastungen – etwa durch die Infrastrukturabgabe – werde es zunehmend schwierig, Förderfähigkeit darzustellen. Zwar könne im Einzelfall abgewichen werden, jedoch auf Kosten anderer Projekte im Land.

Der Seniorenbeirat gab zu bedenken, dass allein sozialer Wohnungsbau nicht alle wohnungspolitischen Herausforderungen lösen könne. Einzelne Fraktionen verwiesen auf alternative Kostensenkungsmaßnahmen wie den Verzicht auf Tiefgaragen, autofreie Quartiere oder den Einsatz von Recycling-Beton. Dr. Krüger zeigte sich offen für diese Ideen und verwies auf die Bedeutung des neuen Gebäudetyps „Regelstandard E“ als Instrument zur Kostensenkung.

Insgesamt wurde deutlich: Die soziale Wohnraumförderung ist politisch gewollt, aber finanziell unter Druck. Die Stadt Wedel muss abwägen, ob sie an der Infrastrukturabgabe auch für geförderten Wohnraum festhält – und damit möglicherweise Projekte gefährdet – oder Spielräume für eine Umsetzung unter neuen Rahmenbedingungen zulässt.


Im Planungsausschuss der Stadt Wedel informierte Dr. Maik Krüger am 20. Mai 2025 über die aktuelle Entwicklung der sozialen Wohnraumförderung in Schleswig-Holstein. Der Vortrag machte deutlich: Die Herausforderungen im Wohnungsbau sind gravierend – doch das Land will mit klaren strukturellen Änderungen gegensteuern.

Bis 2035 müssen in Schleswig-Holstein über 100.000 neue Wohneinheiten entstehen. Der Bedarf wächst in allen Regionen, besonders aber im ländlichen Raum. Es fehlt an barrierefreien Wohnungen, an bezahlbarem Wohnraum für junge Familien – und an passenden Angeboten für ältere Menschen, die ihr Einfamilienhaus verlassen möchten, aber in ihrer gewohnten Umgebung bleiben wollen.

Gleichzeitig sind die Rahmenbedingungen auf dem Bau- und Immobilienmarkt so schlecht wie lange nicht mehr: Steigende Baukosten und hohe Zinsen haben die Zahl der Baugenehmigungen einbrechen lassen. Der freifinanzierte Geschosswohnungsbau ist faktisch zum Stillstand gekommen. Die soziale Wohnraumförderung ist damit zu einem der wenigen verbliebenen Werkzeuge geworden, um überhaupt noch bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Das Land Schleswig-Holstein hat in den Jahren 2023 und 2024 Fördermittel in Höhe von jeweils rund 400 Millionen Euro bereitgestellt – genug, um ca. 4.000 Wohneinheiten zu ermöglichen. Doch schon für 2025 zeigt sich: Die gleiche Summe reicht angesichts der gestiegenen Baukosten nur noch für etwa 1.900 Wohneinheiten. Auch für das Jahr 2026 sind erneut 400 Millionen Euro eingeplant. Die Zahl der geplanten und gemeldeten Projekte ist groß – die Mittel müssen daher strategisch vergeben werden.

Entscheidend ist die enge Abstimmung mit den Kommunen. Förderanträge setzen voraus, dass das Projekt auf einer sogenannten Vorhabenliste der Kommune steht und eine offizielle Stellungnahme vorliegt. Erst dann können Gespräche mit der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) und der ARGE geführt werden. Förderfähig sind Bauvorhaben mit 6 bis 80 Wohneinheiten, bei denen maximal 70 % der Wohnungen öffentlich gefördert werden. Technisch soll sich der Bau am Regelstandard orientieren – also keine überhöhten Komfortansprüche, sondern pragmatische Mindestanforderungen.

Ein zentraler Ansatz ist dabei das Modell des „Regelstandards E“ – E steht für „Erleichtertes Bauen“. Ziel ist es, die Baukosten durch einen klaren Verzicht auf überzogene technische Anforderungen spürbar zu senken. Nur so, das wurde im Ausschuss deutlich, können Projekte überhaupt noch realisiert werden. Oder wie es Prof. Walberg von der ARGE auf den Punkt brachte: „Entweder wir bauen anders – oder gar nicht mehr.“

Kommentar

Als Kommune müssen wir uns ehrlich machen: Wenn wir am bisherigen Anspruchsniveau festhalten, wird in absehbarer Zeit gar nicht mehr gebaut. Die neuen Förderbedingungen zwingen uns, zwischen Perfektion und Realisierbarkeit zu wählen. Das ist unbequem – aber auch notwendig. Der Regelstandard E ist kein Rückschritt, sondern ein pragmatischer Rettungsanker. Entscheidend wird sein, dass Qualität nicht mit Übermaß verwechselt wird – und dass die soziale Durchmischung auch unter einfacheren Standards gelingt.

Weitere Informationen:

  • Land SH: Soziale Wohnraumförderung
  • Präsentation von Dr. Krüger (PDF)

Ausschusswoche: Wichtige Themen auf der Tagesordnung

Jan Luechau 16. Mai 2025
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In der Woche vom 20. bis 26. Mai 2025 tagen alle fünf Fachausschüsse der Stadt Wedel. Die Einladungen und Zusammenfassungen zu allen Sitzungen finden Sie hier:

  • Planungsausschuss (20. Mai)
  • Sozialausschuss (20. Mai)
  • Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport (21. Mai)
  • Umwelt-, Bau- und Feuerwehrausschuss (22. Mai)
  • Haupt- und Finanzausschuss (26. Mai)

Aus meiner Sicht besonders wichtig:

  • Freigabe eines Sperrvermerks im Bereich Allgemeine Ordnungsangelegenheiten im Gewerbeamt (HFA)
    Die Verwaltung warnt vor weiteren Rückständen und Verzögerungen. Es geht um Kontrollen, Genehmigungen und Funktionsfähigkeit im Alltag.
  • Ausbau der Straße Breiter Weg – Prüfauftrag vom 27.06.2024 (UBF)
    Der Versuch, eine alternative Verkehrsplanung mit stärkerem Fokus auf Baumschutz und Radverkehr zu prüfen, ist laut Verwaltung gescheitert.
  • Beratung zur Anwendung des Folgekostenkonzepts soziale Infrastrukturen auf den geförderten Wohnungsbau (PLA)
    Hier entscheidet sich, wie konsequent das Konzept angewendet werden soll – und welche Auswirkungen das auf bezahlbaren Wohnraum haben könnte.

Einwohnerversammlung und öffentliche Stellungnahme

Auch die Einwohnerversammlung am 13. Mai war gut besucht. In Kürze folgt auf dieser Seite eine Zusammenfassung der wichtigsten Themen.

Eine dort angekündigte kritische Frage zur Art meiner Berichterstattung habe ich inzwischen öffentlich beantwortet. Ich dokumentiere politische Aussagen und Kommunikationskultur – und ich halte es für selbstverständlich, auch auf Kritik offen und sachlich zu reagieren.

"Wedel ist nicht nur Krise. Wedel ist auch Potenzial."

Jan Luechau 07. Mai 2025
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Ein Kommentar zur aktuellen Debatte um das Image unserer Stadt, inspiriert durch den lesenswerten Artikel von Jan Melchior Bonacker im sh:z – und die sehr unterschiedlichen Reaktionen darauf.
Ich nehme Stellung zu den Kommentaren von Niels Schmidt und Rosemarie Binz-Vedder und ordne ein, worum es geht:
👉 Um Verantwortung.
👉 Um Debattenkultur.
👉 Um unsere Stadt.

➡️ Zum Artikel:
🔗 shz.de – "Darum ist Wedel nicht so schlimm"
💬 Facebook-Diskussion in der Gruppe „Wedel Germany“
📰 Mein Kommentar auf wedel-politik.de 

Einwohnerversammlung, Ratsthemen – und bald: Aufarbeitung zur Abwahl von Gernot Kaser

Jan Luechau 30. April 2025
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Die politische Woche in Wedel hat es in sich. Auf wedel-politik.de finden Sie aktuell:

🗣 Alle Informationen zur Einwohnerversammlung am 13. Mai

Am Dienstag, den 13. Mai 2025, lädt Stadtpräsident Julian Fresch zur nächsten Einwohnerversammlung in den Ratssaal des Rathauses. Zwei Themen stehen bereits fest: Haushaltssicherung bis 2028 und Sicherheit in Wedel. Wer darf teilnehmen, wie funktioniert die Beteiligung und was ist zu beachten?

👉 Einwohnerversammlung am 13. Mai – Stadtpräsident lädt in den Ratssaal ein

🧾 Was der Rat am 08. Mai beraten wird

Die Einladung zur Ratssitzung liegt vor – mit allwn relevanten Tagesordnungspunkten. In meiner Zusammenfassung finden Sie alle wichtigen Punkte, kompakt und verständlich erklärt.

👉 Zusammenfassung der Ratssitzung vom 08. Mai 2025

🧨 Demnächst: Warum Gernot Kaser abgewählt wurde – Klartext zur Vertrauensfrage

Ein Jahr nach dem Bürgerentscheid erscheint in Kürze ein ausführlicher Beitrag zur Abwahl des ehemaligen Bürgermeisters Gernot Kaser. Der Artikel basiert auf offiziellen Ratsdokumenten, Personalratsäußerungen, Presseberichten und eigenen Einblicken aus der Ratsarbeit.

  • 🔍 Vom Arbeitsklima bis zur Untreue: Was dokumentiert ist
  • 🧠 Wie sich politische Kommunikation von Realität entkoppelt
  • 🔎 Transparenz als Anspruch – und als politische Inszenierung

👉 Veröffentlichung in Kürze auf: wedel-politik.de

📧 Wer nichts verpassen möchte, kann den Newsletter abonnieren: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Herzliche Grüße
Jan Lüchau

Einwohnerversammlung am 13. Mai – Stadtpräsident lädt in den Ratssaal ein

Jan Luechau 28. April 2025
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📌 Kurz & Knapp: Die wichtigsten Fakten

  • Wann: Dienstag, 13. Mai 2025, 19 Uhr

  • Wo: Ratssaal des Rathauses Wedel

  • Themen: Haushaltssicherung 2028, Sicherheit in Wedel (plus mögliche Ergänzungen)

  • Wer darf teilnehmen: Alle Wedeler Einwohnerinnen und Einwohner, unabhängig von Alter und Staatsangehörigkeit

  • Anmeldung: Nicht erforderlich

  • Wichtig: Ergänzungen der Tagesordnung nur mit 50 % Zustimmung; Anträge müssen schriftlich vorliegen.

  • Protokoll: Zeit, Ort, Teilnehmerzahl, Inhalte und Abstimmungsergebnisse werden dokumentiert.


Am Dienstag, den 13. Mai 2025 um 19 Uhr, lädt Stadtpräsident Julian Fresch zur Einwohnerversammlung in den Ratssaal des Wedeler Rathauses ein.

Zwei zentrale Themen stehen laut Ankündigung bereits fest: die langfristige Haushaltssicherung bis 2028 sowie das Thema Sicherheit in Wedel. Die Tagesordnung kann auf Wunsch der anwesenden Einwohnerinnen und Einwohner ergänzt werden – hierfür ist die Zustimmung von mindestens 50 % der Anwesenden erforderlich.

Was ist eine Einwohnerversammlung überhaupt?

Die Einwohnerversammlung ist ein gesetzlich vorgesehenes Beteiligungsinstrument der Kommunalpolitik. Ihre rechtliche Grundlage findet sich in der Gemeindeordnung Schleswig-Holstein (§ 16b GemO SH) sowie konkret in der Hauptsatzung der Stadt Wedel (§ 12).

Sie dient dazu, wichtige Angelegenheiten der Stadt öffentlich vorzustellen, zu erörtern und Anregungen sowie Vorschläge der Einwohnerinnen und Einwohner aufzunehmen. Eingeladen sind alle Wedelerinnen und Wedeler – unabhängig von Staatsangehörigkeit oder Wahlrecht. Auch Kinder und Jugendliche haben ein Vorschlagsrecht.

Ablauf und Beteiligung: Das sollten Sie wissen

  • Leitung: Die Versammlung wird vom Stadtpräsidenten geleitet. Er übt auch das Hausrecht aus und kann zur Sicherstellung eines geordneten Ablaufs die Redezeit je Rednerin oder Redner auf fünf Minuten begrenzen.

  • Tagesordnung: Die Tagesordnung wird vorab festgelegt und öffentlich bekannt gegeben. Ergänzungen während der Versammlung sind möglich, wenn mindestens 50 % der Anwesenden zustimmen.

  • Anregungen und Vorschläge: Wer konkrete Anträge einbringen möchte, muss diese schriftlich formulieren. Über sie wird offen abgestimmt. Vorschläge gelten als angenommen, wenn mindestens 50 % der Anwesenden zustimmen. Abstimmungen über Themen außerhalb der städtischen Zuständigkeit sind nicht zulässig.

Protokollierung und Transparenz

Über die Einwohnerversammlung wird eine Niederschrift angefertigt. Diese enthält mindestens:

  • Zeit und Ort der Versammlung,

  • die Zahl der teilnehmenden Einwohnerinnen und Einwohner,

  • die erörterten Angelegenheiten,

  • die Anregungen und Vorschläge, über die abgestimmt wurde, sowie

  • die jeweiligen Abstimmungsergebnisse.

Die Niederschrift wird vom Stadtpräsidenten und der Protokollführung unterzeichnet. Sie dient der transparenten Nachbereitung und Information gegenüber Rat und Öffentlichkeit.

Nachbereitung von Anregungen

Vorschläge und Anregungen, die in die Zuständigkeit des Rates fallen, sollen der Ratsversammlung zur nächsten Sitzung zur Beratung vorgelegt werden. Die Einwohnerversammlung hat dabei beratenden Charakter – Entscheidungen trifft weiterhin die Ratsversammlung.


Warum sich der Besuch lohnt

Gerade in Zeiten knapper Kassen, wachsender Aufgaben und intensiver Diskussionen über Wohnungsbau, Verkehrssicherheit und soziale Infrastruktur bietet die Einwohnerversammlung eine wertvolle Möglichkeit zur direkten Einflussnahme. Hier können Sie Ihre Anliegen einbringen, Fragen stellen und politische Entwicklungen mitgestalten – offen, unmittelbar und im direkten Dialog mit der Stadtspitze.


Hinweis:
Leider kann ich an der Einwohnerversammlung am 13. Mai nicht teilnehmen, da ich zeitgleich an einer anderen Sitzung verpflichtet bin.
Ich werde die Ergebnisse der Versammlung jedoch aufmerksam verfolgen und an geeigneter Stelle aufgreifen.

  1. Wenn Kritik zur Waffe wird – und Debatten zur Bühne für persönliche Angriffe
  2. Jetzt erst recht: Warum öffentliche Debatte mehr braucht als laute Empörung
  3. Wenn Kritik zur persönlichen Abrechnung wird
  4. Weniger Ausschusssitzungen im April – kein Widerspruch zur Haushaltskonsolidierung

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