Die Sanierung der Steinberghalle beschäftigt die Kommunalpolitik in Wedel weiterhin. Eine neue Beschlussvorlage der Verwaltung zeigt nun, dass die Baukosten gestiegen sind. Um das Projekt zeitnah umsetzen zu können, wird vorgeschlagen, finanzielle Mittel umzuwidmen, die ursprünglich für das Elbestadion vorgesehen waren.
Die Ausgangslage und die Kostenentwicklung
Die Steinberghalle, die in den Jahren 1980 bis 1981 erbaut wurde, weist Mängel in verschiedenen Bereichen wie Sanitäranlagen, Brandschutz, Lüftung, Heizung und Beleuchtung auf. Aus diesem Grund wurde die Sanierung der Halle in der Vergangenheit bereits politisch auf den Weg gebracht.
Die kalkulierten Kosten haben sich im Laufe der weiteren Planungen und Ausschreibungen jedoch verändert:
- In einer früheren Planungsphase (Leistungsphase 3) lagen die geschätzten Gesamtkosten noch bei 4.733.000 Euro.
- Im Oktober 2025 wurde ein Kostenanschlag in Höhe von 5.450.000 Euro ermittelt.
- Nach einer öffentlichen Ausschreibung, bei der zunächst keine Angebote eingingen, und anschließenden Verhandlungen mit einem Bauunternehmen stiegen die Kosten auf rund 7.030.000 Euro.
- Dies entspricht ungedeckten Mehrkosten in Höhe von rund 1.580.000 Euro.
Der Vorschlag der Verwaltung: Mittelverschiebung
Da für diese Mehrkosten aktuell kein Nachtrag im städtischen Doppelhaushalt vorgesehen ist, müssen die Mittel innerhalb des investiven Haushaltes umgeschichtet werden. Die Verwaltung empfiehlt, geplante Bauvorhaben im Elbestadion – konkret die Sanierung der Laufbahn sowie die Errichtung einer Werkstatt und Garage – auf das Jahr 2027 zu verschieben.
- Die dadurch im Haushalt 2026/2027 frei werdenden Mittel sollen zugunsten der Steinberghalle umgewidmet werden.
- Für das Elbestadion ist als Zwischenlösung eine Ausbesserung und Reinigung der Laufbahn vorgesehen, wofür Kosten von rund 15.000 Euro anfallen.
- Durch dieses Vorgehen soll das Ziel erreicht werden, einen Generalplaner zeitnah zu beauftragen und die Sanierung der Steinberghalle ab Oktober 2026 zu beginnen.
Geprüfte Alternativen
Die Beschlussvorlage führt auf, welche anderen Optionen zur Debatte standen:
- Verschiebung um zwei Jahre: Die Sanierung der Steinberghalle wird ausgesetzt und die Mittel für das Jahr 2028 neu angemeldet. Hierbei besteht aus Sicht der Verwaltung das Risiko, dass die Bausumme durch steigende Rohstoffpreise weiter anwachsen könnte.
- Abriss und Neubau: Eine erste Schätzung für einen kompletten Neubau der Halle nach aktuellen Vorschriften beläuft sich auf etwa 12.000.000 Euro.
Einordnung und Meinung
Die Notwendigkeit, unsere Sportstätten instand zu halten, steht außer Frage. Beide Anlagen, sowohl die Steinberghalle als auch das Elbestadion, haben einen deutlichen Sanierungsbedarf. Leider lässt die Verwaltung in der Vorlage die Frage offen, warum ausgerechnet das Elbestadion die geeignetste Möglichkeit ist, Gelder für die Steinberghalle freizumachen – und ob es die einzige Möglichkeit ist. Diese finanzpolitische Priorisierung muss in den anstehenden Ausschüssen sachlich diskutiert werden.
Service-Informationen und Termine
Die Vorlage wird in den kommenden Tagen in den städtischen Gremien beraten:
- Vorberatung im Umwelt-, Bau- und Feuerwehrausschuss (UBF) am 18.06.2026
- Vorberatung im Haupt- und Finanzausschuss (HFA) am 22.06.2026
- Die finale Entscheidung trifft der Rat der Stadt Wedel am 02.07.2026
Weitere Informationen zum Thema:
- Beschlussvorlage BV/2026/046 im Bürgerinformationssystem: Hier ansehen
- Hintergrund zum Zustand des Elbestadions: Artikel auf wedel-politik.de
- Bisherige Schritte zur Sanierung der Steinberghalle: Artikel auf wedel-politik.de
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