Sondervermögen: Was SH-Kommunen bekommen – und Wedel rechnerisch

Stand: Januar 2026 • Rubrik: Aktuelles

Schleswig-Holstein/Kiel/Wedel. Mit dem Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“ stehen Schleswig-Holstein zusätzliche Investitionsmittel zur Verfügung. Ein erheblicher Teil soll direkt bei Städten, Gemeinden und Kreisen ankommen. Ziel ist es, Investitionsrückstände abzubauen und notwendige Vorhaben trotz angespannter Haushaltslagen finanzieren zu können.

Nach der Vereinbarung zwischen Landesregierung und Kommunalen Landesverbänden werden 62,5 Prozent des schleswig-holsteinischen Anteils pauschal an die Kommunen weitergegeben. Die Mittel sind zweckgebunden und dürfen nur für die im Gesetz vorgesehenen Investitionsbereiche eingesetzt werden – darunter kommunale Infrastruktur, Gebäude, Bildungseinrichtungen und Klimaschutz-/Klimaanpassungsmaßnahmen.

Wie viel Geld an die Kommunen geht – und wie es verteilt wird

Der kommunale Anteil des Sondervermögens in Schleswig-Holstein beträgt insgesamt 2.144.250.000 Euro. Dieser Betrag wird auf drei Kommunalgruppen aufgeteilt:

  • Kreise: 575.083.333,33 Euro (26,81979 %)
  • Kreisfreie Städte: 556.083.333,33 Euro (25,9337 %)
  • Kreisangehörige Städte und Gemeinden: 1.013.083.333,33 Euro (47,24651 %)

Innerhalb dieser Gruppen gilt ein einheitlicher Schlüssel: 90 Prozent nach Einwohnerzahl und 10 Prozent nach Finanzkraft/Finanzschwäche (ermittelt auf Basis eines mehrjährigen Durchschnitts). Damit profitieren alle Kommunen grundsätzlich aus dem Einwohneranteil – zusätzlich kann je nach Finanzkraft ein Anteil aus dem 10-Prozent-Topf hinzukommen.

Rechnerische Näherung: Welche Größenordnung ist für Wedel denkbar?

Wedel ist eine kreisangehörige Stadt und fällt damit in den Verteilungstopf der kreisangehörigen Städte und Gemeinden. Für eine journalistische Näherung lässt sich eine überschlägige Größenordnung ableiten. Diese Rechnung ist keine offizielle Zuweisung, sondern eine transparente Einordnung auf Basis des bekannten Verteilmechanismus.

Näherungsrechnung für Wedel (ohne Finanzkraft-Komponente)

  • Topf kreisangehörige Städte/Gemeinden: 1.013.083.333,33 €
  • Davon 90 % nach Einwohnerzahl: ca. 911.775.000 €
  • Grobwert pro Einwohner (SH): ca. 309 €
  • Wedel (ca. 34.500 Ew.): ca. 10–11 Mio. €

Wichtig: Zusätzlich dürfte Wedel auch aus dem 10%-Anteil (Finanzkraft) einen Betrag erhalten. Die genaue Höhe ist ohne die landesweite Berechnung nicht seriös bezifferbar.

Die Rechnung zeigt vor allem die Größenordnung: Allein aus dem Einwohneranteil könnte Wedel rechnerisch im Bereich von rund 10 bis 11 Millionen Euro liegen. Der tatsächliche Betrag kann nach endgültiger Berechnung höher oder niedriger ausfallen.

Wofür das Geld in Wedel realistisch eingesetzt werden könnte

Das Sondervermögen ist in erster Linie eine Investitionsfinanzierung. Für Wedel spricht vieles dafür, dass die Mittel weniger neue zusätzliche Großprojekte ermöglichen, sondern vor allem dabei helfen, bestehende geplante und zwingend notwendige Investitionen abzusichern.

Vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage kann eine solche Finanzspritze vor allem zwei Effekte haben:

  • Investitionen umsetzen, die ohnehin erforderlich sind (z. B. Sanierungen, Substanzerhalt, Pflichtaufgaben).
  • Weniger Kreditbedarf: Wenn ein Teil der Investitionen aus Zuschüssen finanziert wird, muss der kommunale Schuldenberg für dieselben Maßnahmen weniger stark wachsen.

Damit kann das Sondervermögen – je nach konkreter Zuweisung und Projektplanung – helfen, die Investitionsfähigkeit zu stabilisieren, ohne dass Wedel für notwendige Maßnahmen allein auf neue Kredite angewiesen ist.

Eine ähnliche Einordnung nimmt auch der Schleswig-Holsteinische Landtag vor. In einer aktuellen Mitteilung wird betont, dass das Investitionspaket vor allem dem Abbau bestehender Investitionsrückstände dienen soll. Ziel sei es, Kommunen trotz angespannter Haushaltslagen handlungsfähig zu halten und notwendige Infrastrukturmaßnahmen umsetzen zu können – nicht jedoch, neue zusätzliche Projekte oder Standards zu finanzieren.

Diese Zielrichtung deckt sich mit der Situation vieler Städte und Gemeinden, in denen das Sondervermögen vor allem dazu beitragen kann, geplante Investitionen abzusichern und den Anstieg der Verschuldung bei ohnehin notwendigen Maßnahmen zu begrenzen.

Quellen

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