Kostendeckungsgrade städtischer Einrichtungen

Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über die finanzielle Entwicklung der kostenrechnenden Einrichtungen in den Haushaltsjahren 2024 und 2025. Für jede Einrichtung sind die geplanten Erträge und Aufwendungen, der daraus resultierende Überschuss oder Fehlbedarf sowie der Kostendeckungsgrad in Prozent angegeben.

Der Kostendeckungsgrad zeigt, in welchem Maß die Einnahmen die Ausgaben abdecken können. Ein Kostendeckungsgrad von 100 % bedeutet, dass die Einrichtung kostendeckend arbeitet, während Werte unter 100 % auf einen Finanzierungsbedarf hinweisen, der durch zusätzliche Mittel gedeckt werden muss. So zeigen beispielsweise die Musikschule, Stadtbücherei und Schulkinderbetreuung einen hohen Fehlbedarf und somit niedrige Kostendeckungsgrade, was auf eine deutliche Unterfinanzierung hinweist. Im Gegensatz dazu kann der Bauhof mit einem Kostendeckungsgrad von 100 % seine Kosten vollständig aus eigenen Erträgen decken.

Diese Tabelle verdeutlicht die finanziellen Herausforderungen und Unterschiede in der Wirtschaftlichkeit der verschiedenen Einrichtungen.

Kostenrechnende Einrichtung Haushaltsjahr 2024 Haushaltsjahr 2025
Erträge Aufwen- dungen +Überschuss
-Fehlbedarf
Kosten- deckungs-grad
%
Erträge
Aufwen- dungen € +Überschuss
-Fehlbedarf
Kosten- deckungs- grad
Musikschule 399.500,00 € 1.230.000,00 € -830.500,00 € 32,48% 387.000,00  1.367.000,00  -980.000,00  28,31%
Volkshochschule 1.008.900,00 € 1.914.000,00 € -905.100,00 € 52,71% 1.174.900,00  2.066.200,00  -891.300,00  56,86%
Stadtbücherei 326.800,00 € 1.469.900,00 € -1.143.100,00 € 22,23% 330.600,00  1.469.900,00  -1.139.300,00  22,49%
Soz. Einricht. für Wohnungslose 2.195.600,00 € 3.726.100,00 € -1.530.500,00 € 58,92% 2.400.000,00  4.406.000,00  -2.006.000,00  54,47%
Schulkinderbetreuung 895.000,00 € 4.195.200,00 € -3.300.200,00 € 21,33% 789.900,00  4.782.700,00  -3.992.800,00  16,52%
Straßenreinigung 915.300,00 € 1.012.900,00 € -97.600,00 € 90,36% 925.300,00  1.121.700,00  -196.400,00  82,49%
Bauhof 2.919.500,00 € 2.919.500,00 € 0,00 € 100% 3.364.300,00  3.364.300,00  0,00  100,00%
Märkte 26.000,00 € 62.900,00 € -36.900,00 € 41,34% 26.400,00  66.400,00  -40.000,00  39,76%

 

Kostenrechnende Einrichtung Haushaltsjahr 2024 Haushaltsjahr 2025
Erträge Aufwen- dungen +Überschuss
-Fehlbedarf
Kosten- deckungsgrad
%
Erträge
Aufwen- dungen € +Überschuss
-Fehlbedarf
Kosten- deckungsgrad
Musikschule 485.300 1.076.100 -590.800 45,10% 482.400 1.103.000 -620.600 43,74%
Volkshochschule 577.400 1.138.000 -560.600 50,74% 742.800 1.221.600 -478.800 60,81%
Stadtbücherei 301.500 1.207.300 -905.800 24,97% 302.100 1.252.200 -950.100 24,13%
Soz. Einricht. für Wohnungslose 479.100 782.000 -302.900 61,27% 1.577.800 1.710.400 -132.600 92,25%
Schulkinderbetreuung 432.500 1.359.100 -926.600 31,82% 453.500 1.565.300 -1.111.800 28,97%
Straßenreinigung 267.100 450.200 -183.100 59,33% 269.700 395.900 -126.200 68,12%
Bauhof 1.999.400 1.999.400

0,00

100,00% 2.176.500 2.176.500 0,00 100,00%
Märkte 45.000 103.300 -58.300 43,56% 45.000 84.500 -39.500 53,25%

Anmerkungen:

  • Schulkinderbetreuung und Märkte haben keine eigenen Anlagen.
  • Der hohe Zuschussbedarf ergibt sich aus der Tatsache, dass unter dieses Produkt auch der Ochsenmarkt fällt, welcher als kulturelles Ereignis nicht kostendeckend betrieben werden kann.

 

Entwicklung der Kostendeckung in den Haushaltsjahren 2014–2016 im Vergleich zu 2024–2025

Der Vergleich der Kostendeckung in verschiedenen kommunalen Einrichtungen zwischen den Jahren 2014–2016 und 2024–2025 zeigt einige klare Veränderungen. Während die Kostendeckung in den Jahren 2014 bis 2016 noch relativ stabil war, haben sich die finanziellen Defizite in den letzten Jahren deutlich vergrößert. Diese Entwicklung betrifft nicht nur die einzelnen Einrichtungen, sondern belastet den Haushalt insgesamt erheblich. Hier sind einige der wesentlichen Veränderungen:

  • Musikschule: Die Musikschule wies in den Jahren 2014 bis 2016 bereits eine Kostendeckung von etwa 66 % bis 69 % auf und war somit auf Zuschüsse angewiesen. In den Jahren 2024 und 2025 jedoch ist die Kostendeckung weiter gesunken und liegt nur noch bei 32,48 % bzw. 28,31 %. Das bedeutet, dass die Musikschule 2025 weniger als ein Drittel ihrer Kosten durch eigene Einnahmen decken kann. Dadurch steigt der Zuschussbedarf, was den Haushalt spürbar belastet.
  • Volkshochschule: Zwischen 2014 und 2016 konnte die Volkshochschule zeitweise eine Kostendeckung von bis zu 92 % erreichen. Im Jahr 2024 sank dieser Wert jedoch auf 52,71 %, und für 2025 konnte nur eine leichte Steigerung auf 56,86 % erzielt werden. Die Volkshochschule benötigt somit zunehmend kommunale Mittel, was auch hier die Defizite des Haushalts erhöht.
  • Stadtbücherei: Die Stadtbücherei hat in den Jahren 2024 und 2025 einen sehr niedrigen Kostendeckungsgrad von etwa 22 %, was auf eine starke Unterfinanzierung hinweist. Der Zuschussbedarf ist hoch und belastet das Gesamtdefizit weiter.
  • Schulkinderbetreuung: Im Jahr 2016 betrug der Kostendeckungsgrad der Schulkinderbetreuung noch rund 61,27 %. Doch 2024 und 2025 ist dieser auf 21,33 % bzw. 16,52 % gesunken. Das heißt, fast 80 % der Kosten werden nicht durch eigene Einnahmen gedeckt, was den Bedarf an Haushaltsmitteln deutlich erhöht.
  • Straßenreinigung und Bauhof: Der Bauhof kann weiterhin seine Kosten vollständig decken, wie die stabile Kostendeckung von 100 % zeigt. Bei der Straßenreinigung hingegen ist die Kostendeckung von 90,36 % im Jahr 2024 auf 82,49 % im Jahr 2025 gesunken, was ebenfalls zusätzliche Haushaltsmittel erfordert.

Gesamtfazit: Die Auswertung zeigt, dass in den Jahren 2024 und 2025 viele Einrichtungen eine deutlich schlechtere Kostendeckung haben als in der früheren Periode. Diese gestiegenen Defizite tragen erheblich zum gesamten Haushaltsdefizit bei und erfordern zunehmend Mittel aus dem allgemeinen Budget. Bereiche wie die Musikschule, die Volkshochschule, die Stadtbücherei und vor allem die Schulkinderbetreuung benötigen hohe Zuschüsse, die den Gesamthaushalt der Kommune stark belasten. Um langfristig eine stabile Finanzlage zu erreichen, könnte es notwendig werden, über strukturelle Anpassungen oder zusätzliche Finanzierungsquellen nachzudenken.

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    Frank fuchs kommentierte auf Samstag, 22. März 2025 07:27
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