in unseren Ausschüssen und in der Ratsversammlung diskutieren wir intensiv über den Haushalt unserer Stadt. Doch wie sieht es eigentlich bei unseren Nachbarn und anderen Kommunen in Schleswig-Holstein aus? Ein Vergleich zeigt deutlich, dass viele Städte mit ähnlichen finanziellen Herausforderungen kämpfen – und die Kommunalaufsicht zunehmend hart durchgreift.
Hier ist eine Zusammenfassung, unter welchen Bedingungen die Haushalte anderer schleswig-holsteinischer Kommunen für das Jahr 2026 (Stand Ende März) genehmigt wurden.
Die Musterschüler: Ausgeglichen und genehmigungsfrei
Kommunen, die einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen können, benötigen keine formelle Genehmigung der Kommunalaufsicht.
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Eckernförde, Ahrensburg und Kaltenkirchen: Diese Städte haben für 2026 Haushalte aufgestellt, die genehmigungsfrei sind.
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Besonderheit in Kaltenkirchen: Auch wenn der Haushalt hier ausgeglichen und genehmigungsfrei ist, gibt es vor Ort politisch starke Diskussionen aufgrund der hohen Kreditaufnahme und des Schuldenanstiegs.
Genehmigt – aber mit dem Rotstift der Kommunalaufsicht
In vielen Städten, die Kredite aufnehmen müssen, greifen das Innenministerium aktiv in das Zahlenwerk ein. Die Genehmigungen erfolgten hier teils mit harten Auflagen:
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Heide: Der Haushalt wurde zwar genehmigt, allerdings mit massiven Sparvorgaben. Insgesamt müssen rund 6,5 Millionen Euro gekürzt werden, davon allein knapp 6 Millionen Euro bei den Investitionen.
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Schleswig: Hier müssen die veranschlagten Kredite um fast 7 Millionen Euro und die sogenannten Verpflichtungsermächtigungen (VE) um knapp 9 Millionen Euro gegenüber dem ursprünglichen Entwurf reduziert werden.
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Reinbek: Auch hier kürzte die Kommunalaufsicht die Summen deutlich. Genehmigt wurden letztlich nur noch 13,5 Mio. Euro an Krediten und 21,75 Mio. Euro an VE.
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Elmshorn und Rendsburg: Die Genehmigungen wurden offiziell „mit Einschränkungen“ erteilt. In Rendsburg bedeutet dies konkret, dass von den beantragten Investitionskrediten nur ein Teilbetrag von 13 Millionen Euro bewilligt wurde.
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Geesthacht und Quickborn: Beide Städte erhielten das grüne Licht für teils hohe zweistellige Millionenbeträge bei Krediten und Verpflichtungsermächtigungen, bekamen vom Land aber einen klaren Hinweis auf die angespannte Lage und den dringenden weiteren Konsolidierungsbedarf mit auf den Weg.
Genehmigt ohne große Hürden
Einige wenige Kommunen mit Defiziten bekamen ihre Haushalte ohne weitere Auflagen durchgewunken:
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Bad Oldesloe: Der Doppelhaushalt 2026/27 wurde antragsgemäß genehmigt. Die Stadt profitiert hierbei davon, dass sie hohe Fehlbeträge noch über die eigene Ausgleichsrücklage abdecken kann.
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Itzehoe und Pinneberg: Beide Kommunen erhielten frühe Genehmigungen für ihre Satzungen (inklusive Investitionskrediten im zweistelligen bzw. hohen einstelligen Millionenbereich), ohne dass gesonderte Auflagen in den Bekanntmachungen genannt wurden.
Die Hängepartien: Warten auf grünes Licht
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Husum und Wedel: Für diese beiden Kommunen ist aktuell noch keine Genehmigung für das Haushaltsjahr 2026 öffentlich nachweisbar.