Im November beraten die Wedeler Gremien über die Umsetzung des lang geplanten Gründer- und Technologiezentrums (GTZ) des Kreises Pinneberg. Die Stadtverwaltung schlägt vor, eine gemeinsame Finanzierung durch den Kreis, die Stadt Wedel und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft WEP zu verhandeln. Diese Lösung gilt laut einem externen Gutachten als die wirtschaftlichste Variante für das Millionenprojekt im BusinessPark Elbufer.
Bereits im Jahr 2022 hatte sich Wedel in einem Interessenbekundungsverfahren gegen Elmshorn und Pinneberg als Standort für das künftige Zentrum durchgesetzt. Nach weiteren Jahren der Planung liegt nun ein aktualisiertes Konzept der Beratungsgesellschaft CIMA vor. Geplant ist demnach ein Gebäude mit rund 2.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche, das Platz für bis zu 21 Start-ups bieten soll. Die voraussichtlichen Investitionskosten belaufen sich auf 9,11 Millionen Euro.
Zur Umsetzung stehen den politischen Gremien nun zwei Varianten zur Auswahl, von denen die Verwaltung das Modell "V 2" klar favorisiert.
Die favorisierte Drittel-Lösung (Variante V 2)
Nach diesem Konzept würden sich der Kreis Pinneberg, die Stadt Wedel und die WEP GmbH mit jeweils 3,04 Millionen Euro an den Baukosten beteiligen. Die Stadt Wedel würde ihren Anteil nicht in bar, sondern durch die Einbringung von ohnehin reservierten Gewerbegrundstücken im Wert von rund 5 Millionen Euro leisten. Den Besitz und den operativen Betrieb des GTZ würde die WEP übernehmen, die dafür auch ihren bisherigen Sitz von Tornesch nach Wedel verlegen würde. Die jährliche Unterdeckung im laufenden Betrieb würde sich bei dieser Variante in den ersten zehn Jahren auf rund 108.000 Euro belaufen, wovon auf die Stadt etwa 36.000 Euro entfielen. Dieser Fehlbetrag ließe sich für die nächsten 25 bis 30 Jahre aus dem Restwert der eingebrachten Wedeler Grundstücke decken.
Die 50/50-Alternative (Variante V 1b)
Die alternative Variante sieht vor, dass lediglich der Kreis und die Stadt Wedel die Investition von 9,11 Millionen Euro zur Hälfte (je 4,56 Millionen Euro) schultern. Der Betrieb würde ebenfalls durch die WEP erfolgen, der Besitz bliebe jedoch bei Kreis und Stadt. Da die WEP in diesem Fall keine Zwischenfinanzierung übernehmen könnte, müsste die Stadt Wedel zur Deckung der Baukosten bis zum Verkauf der eigenen Grundstücksflächen Kredite aufnehmen. Zudem läge die jährliche Unterdeckung hier bei rund 413.000 Euro insgesamt (davon ca. 183.000 Euro für Wedel). Die Verwaltung warnt vor dieser Lösung, da sie erhebliche finanzielle Belastungen und Risiken für den ohnehin angespannten städtischen Haushalt mit sich brächte.
Langfristige wirtschaftliche Erwartungen
Trotz der anfänglichen Defizite im Betrieb bewertet das CIMA-Gutachten die favorisierte Drittel-Variante mittelfristig als volkswirtschaftlich vorteilhaft. So wird erwartet, dass erfolgreiche Unternehmensgründungen künftig zusätzliche Einnahmen aus der Gewerbe- und Einkommensteuer generieren, welche die kommunalen Ausgaben für Bau und Betrieb voraussichtlich übersteigen werden. Das Zentrum soll sich dabei insbesondere auf junge Technologieunternehmen aus den Bereichen Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik konzentrieren.
Die Vorberatung der Beschlussvorlage findet am 9. November 2026 im Haupt- und Finanzausschuss statt, bevor der Rat der Stadt Wedel am 19. November endgültig entscheidet.
Weitere Informationen zum Thema
- Technologie- & Gründerzentrum für den Kreis Pinneberg: Wedel als zentraler Standort
- Neues zum Gründer- und Technologiezentrum (GTZ) in Wedel – Zahlen, Varianten und die Frage: Was wäre, wenn nicht?
Ihr Jan Lüchau
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