Die Bemühungen zur Konsolidierung des Wedeler Haushalts zeigen im Oktober weitere finanzielle Fortschritte, offenbaren jedoch auch Verzögerungen bei geplanten Gebührenanpassungen und Rückschläge bei Fördermitteln. Während die realisierten Ergebnisverbesserungen für das laufende Jahr im Vergleich zum Vormonat um rund 400.000 Euro gestiegen sind, müssen sich die Bürger künftig auf höhere Kosten in verschiedenen Bereichen einstellen.
Die monatliche Übersicht der 30 Projektgruppen zur Haushaltskonsolidierung zeigt für Oktober 2026 eine Zunahme der verbindlich realisierten Verbesserungen. Für das Jahr 2026 konnte die Summe von rund 4,05 Millionen Euro im September auf nun 4.482.922 Euro gesteigert werden. Für das Jahr 2027 belaufen sich die bereits gesicherten Einsparungen und Mehrerträge aktuell auf 4.662.023 Euro. Dennoch bleibt eine Lücke zu den ursprünglich anvisierten Planzahlen von über 7 Millionen Euro für 2026 und rund 9,4 Millionen Euro für 2027.
Rückschlag beim Kombibad und verschobene Gebührenanpassungen
Ein wesentliches Update im Oktober betrifft das Kombibad: Ein zusätzlicher Förderantrag der Stadtwerke wurde vom Land abgelehnt. Zuvor waren bereits 4 Millionen Euro aus einem Landesprogramm für den Neubau und die Erweiterung von Schwimmsportstätten bewilligt worden.
Verzögerungen gibt es zudem bei der Umsetzung neuer Gebührenstrukturen, die zur Kostendeckung beitragen sollen. Die Beratung über eine neue Satzung und Gebührenkalkulation für die Musikschule, die ursprünglich für September und Oktober angesetzt war, hat sich verschoben. Die Vorlage wird nun am 4. November im Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport (BKS) und am 19. November 2026 im Rat behandelt. Auch bei der Volkshochschule (VHS) wird aktuell an einer neuen Gebührenordnung gearbeitet, um einen höheren Kostendeckungsgrad zu erreichen. Konkrete Beträge für die Nutzer stehen hierbei noch nicht fest.
Fortschritte bei der Ganztagsförderung und Ausweitung der Parkgebühren
Positive Nachrichten verzeichnet die Stadt bei der Refinanzierung der Schulkinderbetreuung (Rechtsanspruch auf Ganztag ab dem Schuljahr 2026/2027). Nachdem im September bereits die Förderhöchstsummen für die Moorwegschule (MWS, ca. 336.000 Euro) und die Albert-Schweitzer-Schule (ATS, ca. 266.000 Euro) feststanden, geht die Verwaltung nun auch für die Altstadt-Schule (ASS) von einer Förderung in Höhe von voraussichtlich 65.000 Euro aus.
Spürbare Veränderungen im Stadtbild kommen auf Autofahrer zu: Die finale Ausschreibung für neue Parkscheinautomaten ist im September erfolgt. Nach deren Installation und einer laut Verwaltung schnellen Amortisation soll geprüft werden, welche weiteren Parkflächen künftig bewirtschaftet werden. Im Fokus stehen dabei zunächst Flächen, auf denen aktuell noch eine Parkscheibenregelung gilt, da hierfür die rechtlichen Grundlagen bereits vorliegen.
Ihr Jan Lüchau
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