Mehr Transparenz und Kontrolle: CDU-Antrag für ein modernes Berichtswesen einstimmig empfohlen

In der letzten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses (HFA) gab es ein wichtiges Signal für die politische Steuerung in Wedel: Unser Antrag zur Einführung einer verbindlichen Richtlinie über das Berichtswesen wurde einstimmig zur Annahme im Rat empfohlen. Doch was verbirgt sich hinter diesem bürokratisch klingenden Begriff, und warum ist er für unsere Stadt so entscheidend?

Der Hintergrund: Kritik vom Landesrechnungshof

Der Anstoß für diesen Antrag liegt bereits einige Jahre zurück. Im Rahmen einer Prüfung der Städte Wedel, Quickborn und Elmshorn stellte der Landesrechnungshof (LRH) fest, dass Wedel erhebliche Defizite in der Haushalts- und Wirtschaftsführung aufweist. Ein zentraler Kritikpunkt: In Wedel existiert kein gesetzlich konformes und steuerungsfähiges Berichtswesen.

Konkret bedeutet das:

  • Gesetzliche Pflichten werden nicht erfüllt: Die Gemeindeordnung (§ 45c GO SH) schreibt vor, dass die Politik regelmäßig über wichtige Bereiche informiert werden muss. In Wedel fehlen Berichte zu Strukturdaten, zur Beschlusskontrolle oder zum Zustand öffentlicher Einrichtungen fast vollständig.
  • Mangelnde Steuerung: Ohne verlässliche Daten können die politischen Gremien das Handeln der Verwaltung nur schwer kontrollieren oder gezielt gegensteuern.
  • Verzögerte Umsetzung: Obwohl die Verwaltung bereits 2022 einräumte, dass das Berichtswesen überarbeitungsbedürftig sei, ist eine strukturelle Umsetzung bis heute ausgeblieben.

Das Vorbild: So macht es Elmshorn

Dass es auch anders geht, zeigt unsere Nachbarstadt Elmshorn. Dort wurde die Kritik des Rechnungshofes zum Anlass genommen, bereits 2023 eine verbindliche Richtlinie zu erlassen. Während wir in Wedel oft nur Fragmente zur Finanzentwicklung erhalten, bekommt die Politik in Elmshorn detaillierte Berichte mit klaren Prognosen für den Ergebnis- und Finanzplan sowie ausführlichen Erläuterungen.

Was wir fordern

Unser Ziel ist es, dieses bewährte Modell nach Wedel zu holen. Der Antrag sieht vor, dass die Verwaltung bis zum 30. September 2026 einen Entwurf für eine eigene Richtlinie vorlegt. Darin müssen verbindlich geregelt werden:

  • Berichtsbereiche und -inhalte
  • Feste Berichtsintervalle
  • Klare Zuständigkeiten in der Verwaltung
  • Formvorgaben und Standardisierung (z.B. für die Beschlussverfolgung)

Warum das für Wedel wichtig ist

Ein strukturiertes Berichtswesen ist kein „Selbstzweck“ für die Politik. Es sorgt für Transparenz gegenüber den Bürgern, ermöglicht eine bessere Kontrolle der Finanzen und hilft dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen. Langfristig entlastet es sogar die Verwaltung, da weniger individuelle Rückfragen aus der Politik nötig sind.

Ich freue mich über die breite Unterstützung im HFA. Ein professionelles Berichtswesen ist das Fundament für eine solide und nachvollziehbare Kommunalpolitik in unserer Stadt.

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    Ich finde die Ansiedelung von DHL gut und würde das gerne so beschloßen sehen. Die Idee eines zusätlichen EDEKA sehe ich skeptisch. Was garantiert uns das der Eigentümer nich EDEKAs an anderen Stellen in Wedel dafür schließt. Der EDEKA in den Welau-Arkaden wäre ein Ankermieter sein weggeang würde der Bahnhofstraße[…]
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    Jan Luechau kommentierte auf Samstag, 22. März 2025 20:32
    Da stimme ich Ihnen in weiten Teilen zu – insbesondere was die Notwendigkeit angeht, diesen „Schandfleck“ endlich sinnvoll zu entwickeln. Eine wirtschaftliche Nutzung mit dem Ziel, neue Arbeitsplätze und Steuereinnahmen zu generieren, ist aus Sicht der CDU absolut wünschenswert. Was mögliche Ansiedlungen wie DHL betrifft: Bisher liegen uns[…]
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    Vielen Dank für Ihre Rückmeldung zum Artikel – auch wenn der Ton wieder einmal mehr auf Provokation als auf konstruktiven Austausch abzielt. Ich möchte dennoch auf Ihre Punkte eingehen: Warum wird das Personal in der Verwaltung aufgestockt? Ein Großteil der neuen Stellen resultiert aus rechtlichen Verpflichtungen. Ein Teil der nicht[…]
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    Die Annahme ergibt sich direkt aus den im Artikel genannten Punkten.
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    Vielen Dank für den Hinweis – völlig richtig: Bei einem Betriebsübergang nach § 613a BGB werden die Arbeitsverhältnisse in der Regel unverändert übernommen. Das schränkt natürlich auch die „Flexibilität“ eines möglichen privaten Betreibers deutlich ein und ist ein weiterer Grund, warum die Übernahme eines defizitären Betriebs w[…]
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    Warum wird das Personal in der Verwaltung aufgestockt.? Warum investiert die Stadtsparkasse in Holm und nicht in Wedel? Warum wird die Sparkasse nicht zu Geld gemacht? Letztendlich wundert mich auch folgendes: Wo war die CDU in den letzten 12 Jahren? Soweit ich mich erinnere, wurde Niels Schmidt urch die CDU[…]
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    Worauf beruht die Annahme, das sich kein Investor für ein privat betriebenes Bad finden würde ?  
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    Frank fuchs kommentierte auf Samstag, 22. März 2025 07:27
    Fest steht, das das Gelände im jetzigen Zustand einen Schandfleck darstellt. Man sollte jede Möglichkeit nutzen, dort ein Unternehmen anzusiedeln. Wenn DHL in Wedel investieren möchte, wird doch sicherlich so etwas wie eine Machbarkeitsstudie existieren,auf die man aufbauen könnte. Es ist doch so: Ohne zusätzliche Steuereinnahmen kein Raum fü[…]
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