Die Handlungsfähigkeit unserer Stadt steht und fällt mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Verwaltung. Kürzlich wurde der Personalbericht der Stadt Wedel für das Jahr 2025 mit Stand vom August 2026 vorgelegt. Dieses Dokument bietet uns wichtige Einblicke in die aktuelle Arbeitsbelastung, die Altersstruktur und die personellen Perspektiven unserer Kommune.
Die zentralen Herausforderungen der Stadtverwaltung
Der öffentliche Dienst kämpft bundesweit mit unbesetzten Stellen, und unsere Stadtverwaltung bildet hier leider keine Ausnahme. Die Verwaltung konkurriert bei der Personalsuche direkt mit umliegenden Arbeitgebern wie Hamburg und dem Kreis Pinneberg.
- Fast die Hälfte der Beschäftigten der Stadt Wedel hat aktuell das 50. Lebensjahr bereits überschritten.
- Das Durchschnittsalter in der Wedeler Verwaltung liegt deutlich über dem üblichen Schnitt im öffentlichen Dienst.
- In Bereichen wie der IT, der Bauverwaltung oder dem Sozialwesen gehen teilweise keine oder nur sehr wenige geeignete Bewerbungen ein.
- In Einzelfällen muss die Stadt offene Stellen bis zu fünfmal ausschreiben, um eine geeignete Besetzung zu finden.
Belastung der Belegschaft: Krankenstand und Überstunden
Ein Blick auf die innerbetrieblichen Kennzahlen zeigt, dass der Arbeitsdruck auf das vorhandene Personal zunimmt.
- Im Jahr 2025 wurden insgesamt 11.109 Abwesenheitstage durch Krankheit verzeichnet, was einer Quote von 11,85 Prozent entspricht.
- Ohne Wochenenden gerechnet, liegen die durchschnittlichen Krankheitstage in Wedel bei 26,08 Tagen pro Jahr.
- Dieser Wert liegt über dem offiziellen KGSt-Orientierungswert von 20,55 Tagen.
- Die Belegschaft der Kernverwaltung wies zum Stichtag Ende 2025 insgesamt 7.559,94 Überstunden auf.
- Parallel dazu stiegen die Personalaufwendungen, unter anderem bedingt durch Tariferhöhungen und die Inflationsausgleichsprämie im Jahr 2024.
Meine persönliche Einordnung
Die Zahlen des Personalberichts zeigen eine spürbar negative Entwicklung. Die Kombination aus einem hohen Altersdurchschnitt, steigenden Krankenständen und tausenden Überstunden verdeutlicht, dass das bestehende Personal vielfach an der Belastungsgrenze arbeitet. Wenn Stellen mehrfach ausgeschrieben werden müssen und Fachkräfte fehlen, bleiben unweigerlich Aufgaben liegen. Dies ist kein reines Vermarktungsproblem der Stadt, sondern eine strukturelle Hürde. Wir müssen als Politik und Verwaltung die Themen Mitarbeiterbindung, Gesundheitsmanagement und Wissenstransfer beim anstehenden Generationswechsel noch fokussierter angehen, um einen verlässlichen Service für die Bürgerinnen und Bürger aufrechtzuerhalten.
Ich habe mir zu dieser Situation bereits umfassend Gedanken gemacht, an welchen Stellen wir als Kommunalpolitik konkret ansetzen können, um spürbar gegenzusteuern.
Weitere Informationen zum Thema und Service-Infos
Wer sich tiefer in die Materie einlesen möchte, findet das Originaldokument im Ratsinformationssystem der Stadt Wedel.
- Dokument zur Einsicht: Personalbericht 2025 (Stand August 2026)
Ihr Jan Lüchau
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