Die geplante Privilegierung ausgewählter Veranstaltungen in Wedel für das Jahr 2025 – darunter das Landestrachtenfest, das Bikefest, der Mittelaltermarkt und der Weihnachtsmarkt am Roland – ist trotz der aktuellen Haushaltskonsolidierungsphase eine wohlüberlegte und notwendige Maßnahme. Diese Veranstaltungen sind nicht kommerziell ausgerichtet und könnten ohne die Unterstützung der Stadt kaum durchgeführt werden. Sie dienen dem Gemeinwohl und erfüllen zentrale kulturelle, soziale und wirtschaftliche Funktionen.
Ein wesentlicher Aspekt ist die Stärkung der lokalen Wirtschaft. Veranstaltungen wie das Bikefest und der Weihnachtsmarkt ziehen zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus Wedel und der Umgebung an, die wiederum die lokalen Einzelhändler und Gastronomen unterstützen. Eine belebte Innenstadt mit einem vielfältigen Veranstaltungsangebot ist ein wichtiger Faktor, um Wedel als attraktiven Wohn- und Einkaufsort zu positionieren. Die Veranstaltungen bieten lokalen Unternehmen die Möglichkeit, von einer erhöhten Frequenz und zusätzlichen Umsätzen zu profitieren, was langfristig auch positive Auswirkungen auf die städtischen Steuereinnahmen hat.
Von zentraler Bedeutung ist zudem die Rolle der Ehrenamtlichen, ohne deren Engagement viele dieser Veranstaltungen nicht möglich wären. Diese Menschen investieren viel Zeit und Energie, um ein vielfältiges kulturelles Programm auf die Beine zu stellen. Die Privilegierung durch die Stadt zeigt nicht nur Wertschätzung für diesen Einsatz, sondern sichert auch die Grundlage dafür, dass diese Veranstaltungen überhaupt stattfinden können. Ohne die Unterstützung der Stadt, beispielsweise durch den Bauhof, könnten die ehrenamtlichen Organisationsteams die logistischen und finanziellen Herausforderungen nicht bewältigen.
Ein weiterer zentraler Punkt ist die kulturelle Vielfalt, die diese Veranstaltungen nach Wedel bringen. Das Landestrachtenfest, der Mittelaltermarkt und der Weihnachtsmarkt tragen dazu bei, die Traditionen und Identität der Stadt zu stärken. Gleichzeitig bieten sie die Möglichkeit, unterschiedliche kulturelle Hintergründe und Bräuche kennenzulernen und die regionale Verbundenheit zu fördern. Diese Veranstaltungen sind keine reinen Unterhaltungsevents, sondern leisten einen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und zur Bildung eines Gemeinschaftsgefühls in Wedel.
Die finanzielle Belastung für die Stadt ist dabei überschaubar. Viele der entstehenden Kosten basieren auf internen Leistungsverrechnungen (ILV), beispielsweise für die Müllentsorgung, die Bereitstellung von Veranstaltungsflächen oder den Einsatz von Bauhof-Mitarbeitern. Diese Leistungen belasten den städtischen Haushalt nicht unmittelbar, sondern sind in den bestehenden Strukturen abbildbar. Die geringe finanzielle Unterstützung durch die Stadt ist somit eine effiziente Möglichkeit, einen großen Mehrwert für die Bevölkerung zu schaffen.
Ein häufig vorgebrachtes Argument gegen die Privilegierung solcher Veranstaltungen ist, dass die Stadt in einer Phase der Haushaltskonsolidierung keine zusätzlichen Mittel bereitstellen sollte. Doch diese Veranstaltungen sind keine kommerziellen Projekte, die sich durch Eintrittsgelder oder Sponsoring vollständig selbst tragen könnten. Ohne die Unterstützung der Stadt würden sie entweder in stark eingeschränktem Umfang stattfinden oder ganz ausfallen. Ein solcher Verzicht hätte nicht nur kulturelle und soziale Nachteile, sondern würde auch die Attraktivität Wedels als lebendige Stadt erheblich beeinträchtigen. Außerdem würde der Ausfall dieser Veranstaltungen lokalen Unternehmen die Möglichkeit nehmen, von der erhöhten Kundenfrequenz zu profitieren.
Auch die Außenwirkung der Stadt wird durch diese Veranstaltungen erheblich gestärkt. Wedel positioniert sich durch ein abwechslungsreiches Veranstaltungsangebot als kulturell vielfältige und lebenswerte Stadt, was nicht nur die bestehende Bevölkerung anspricht, sondern auch neue Bewohnerinnen, Besucher und potenzielle Investoren anzieht. Diese Veranstaltungen tragen dazu bei, die Lebensqualität in Wedel sichtbar zu machen und das Image der Stadt nachhaltig zu verbessern.