Mal Hand aufs Herz: Wer von uns freut sich nicht über ein Extra vom Chef? Die Stadtverwaltung möchte ihren Mitarbeitenden jetzt etwas Gutes tun und monatlich bis zu 35 Euro für Fitness-Programme dazugeben.
Das Ziel klingt erst einmal vernünftig: Die Leute sollen gesund bleiben und Wedel soll als Arbeitgeber attraktiver werden. Aber wenn man genauer hinschaut, hat die Sache einen Haken. Und als Finanzpolitiker, der auf unsere gemeinsamen Steuergelder aufpasst, kann ich diesem Plan in seiner jetzigen Form nicht zustimmen.
„Das Geld ist ja eh da“ – Die falsche Logik
Das Hauptargument der Verwaltung ist, dass die Kosten gar nicht neu sind. Seit 2023 haben wir jedes Jahr 160.000 Euro im Topf, um neue Mitarbeiter zu gewinnen. Davon werden aktuell aber nur rund 35.000 Euro tatsächlich genutzt. Anstatt die restlichen 125.000 Euro zu sparen und damit das Loch in unserer Stadtkasse ein Stück kleiner zu machen, will man das Geld jetzt einfach „umschichten“. Nur weil Geld in einem Topf liegt, heißt das nicht, dass wir es für freiwillige Leistungen verpulvern müssen, wenn es an anderen Ecken in Wedel brennt.
Ein Pflaster für ein viel größeres Problem
Wir haben in Wedel ein echtes Problem: Viele Stellen im Rathaus bleiben unbesetzt. Aber glauben wir wirklich, dass ein 35-Euro-Zuschuss fürs Fitnessstudio das Ruder herumreißt? Die FDP hat in einer aktuellen Anfrage den Finger in die Wunde gelegt: Unsere Stadt ist im Internet und auf Social Media als Arbeitgeber kaum sichtbar. Da hilft auch das beste Laufband nichts, wenn potenzielle Bewerber uns gar nicht erst finden.
Erst der Plan, dann das Geld
Gesundheit im Job ist wichtig, keine Frage. Aber wir brauchen eine echte Strategie und keinen teuren Aktionismus. Ich möchte erst sehen, wie wir die Verwaltung insgesamt moderner und digitaler aufstellen, damit wir die Lücken im Personal wirklich schließen. Deshalb sage ich: Erst das Gesamtkonzept auf den Tisch, dann reden wir über die Extras.