Stadtteilzentrum „mittendrin“: Warum Wedel eine belastbare Entscheidungsgrundlage braucht

In der aktuellen Debatte um die Haushaltskonsolidierung in Wedel steht ein zentrales Objekt im Fokus: das Gebäude des Stadtteilzentrums „mittendrin“. Als Kommunalpolitiker und finanzpolitischer Sprecher ist es mir wichtig, dass wir bei der Beschlussvorlage BV/2025/088 nicht nur kurzfristige Effekte sehen, sondern eine Entscheidung treffen, die auch in 30 Jahren noch Substanz hat.

Die drei Säulen fundierter Kommunalpolitik in Wedel

Um in der Wedeler Stadtvertretung verantwortungsvolle Beschlüsse zu fassen, stützen wir uns idealerweise auf ein stabiles Gerüst aus drei Säulen:

  • Fakten der Verwaltung: Die primäre und wichtigste Quelle für objektive Daten.
  • Persönliche Expertise: Wertvolles Wissen aus dem beruflichen oder privaten Alltag.
  • Eigene Recherche: Der notwendige Blick über den Tellerrand und auf vergleichbare Sachverhalte in Schleswig-Holstein.

Ein bloßes „Bauchgefühl“ darf niemals die Hauptquelle für Entscheidungen sein, die das Vermögen unserer Stadt und die Steuergelder der Bürger betreffen. Persönliche Erfahrung ist eine wertvolle Ergänzung, sie kann und darf jedoch niemals fehlende Sachinformationen der Verwaltung ersetzen.

Kritik an der Wirtschaftlichkeitsberechnung: Excel vs. Realität

Die aktuelle Empfehlung, das Gebäude im städtischen Eigentum zu behalten, basiert auf einer Vergleichsrechnung in Form einer Excel-Tabelle. Diese nutzt eine statische Betrachtungsweise, die für ein Gebäude aus den 1950er Jahren jedoch zu kurz greift:

  • Pauschale Sätze: Eine fixe Instandhaltungsrate von 1,2 % bildet den realen Sanierungsbedarf (z. B. veraltete Elektrik oder Rohrleitungen) oft nur unzureichend ab.
  • Fehlende Dynamik: Zukünftige Preissteigerungen im Baugewerbe oder sich verschärfende energetische Standards werden in einem statischen Modell nicht ausreichend berücksichtigt.

Der bessere Weg: Dynamische Lebenszykluskosten

Statt einer einfachen Gegenüberstellung von Miete und Instandhaltung benötigen wir eine dynamische Lebenszykluskosten-Analyse (LCC). Hierbei werden alle Zahlungsströme – von der notwendigen Sanierung über den laufenden Betrieb bis hin zum künftigen Grundstückswert – auf den heutigen Zeitpunkt berechnet und vergleichbar gemacht.

Um solche komplexen Berechnungen auf ein fachlich sicheres Fundament zu stellen, bietet beispielsweise die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) spezielle Rechner für kommunale Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen an. Diese Tools sind darauf ausgelegt, genau diese langfristigen Risiken und Szenarien methodisch sauber abzubilden.

Fazit für Wedel: Transparenz schafft Vertrauen

Es geht bei der Diskussion um das „mittendrin“ nicht um politische Profilierung, sondern um die Qualität unserer Arbeit für die Bürgerinnen und Bürger. Wir können uns in der aktuellen Finanzlage keine Fehlentscheidungen erlauben. Wir benötigen eine neutrale, methodisch saubere Analyse der Verwaltung, die über den Moment hinaus Bestand hat.

Nur so stellen wir sicher, dass wir heute keine Lasten für künftige Wedeler Generationen schaffen, sondern die soziale Infrastruktur unserer Stadt nachhaltig sichern.


📂 Transparenz-Ecke: Unterlagen zum Nachlesen

Für alle, die sich selbst ein Bild der Zahlen machen möchten, stehen hier die offiziellen Dokumente zur Verfügung:

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    Thomas Fritz kommentierte auf Sonntag, 13. April 2025 09:00
    Ich finde die Ansiedelung von DHL gut und würde das gerne so beschloßen sehen. Die Idee eines zusätlichen EDEKA sehe ich skeptisch. Was garantiert uns das der Eigentümer nich EDEKAs an anderen Stellen in Wedel dafür schließt. Der EDEKA in den Welau-Arkaden wäre ein Ankermieter sein weggeang würde der Bahnhofstraße[…]
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    Jan Luechau kommentierte auf Samstag, 22. März 2025 20:32
    Da stimme ich Ihnen in weiten Teilen zu – insbesondere was die Notwendigkeit angeht, diesen „Schandfleck“ endlich sinnvoll zu entwickeln. Eine wirtschaftliche Nutzung mit dem Ziel, neue Arbeitsplätze und Steuereinnahmen zu generieren, ist aus Sicht der CDU absolut wünschenswert. Was mögliche Ansiedlungen wie DHL betrifft: Bisher liegen uns[…]
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    Vielen Dank für Ihre Rückmeldung zum Artikel – auch wenn der Ton wieder einmal mehr auf Provokation als auf konstruktiven Austausch abzielt. Ich möchte dennoch auf Ihre Punkte eingehen: Warum wird das Personal in der Verwaltung aufgestockt? Ein Großteil der neuen Stellen resultiert aus rechtlichen Verpflichtungen. Ein Teil der nicht[…]
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    Die Annahme ergibt sich direkt aus den im Artikel genannten Punkten.
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    Jan Luechau kommentierte auf Samstag, 22. März 2025 19:30
    Vielen Dank für den Hinweis – völlig richtig: Bei einem Betriebsübergang nach § 613a BGB werden die Arbeitsverhältnisse in der Regel unverändert übernommen. Das schränkt natürlich auch die „Flexibilität“ eines möglichen privaten Betreibers deutlich ein und ist ein weiterer Grund, warum die Übernahme eines defizitären Betriebs w[…]
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    Warum wird das Personal in der Verwaltung aufgestockt.? Warum investiert die Stadtsparkasse in Holm und nicht in Wedel? Warum wird die Sparkasse nicht zu Geld gemacht? Letztendlich wundert mich auch folgendes: Wo war die CDU in den letzten 12 Jahren? Soweit ich mich erinnere, wurde Niels Schmidt urch die CDU[…]
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    Frank fuchs kommentierte auf Samstag, 22. März 2025 07:32
    Worauf beruht die Annahme, das sich kein Investor für ein privat betriebenes Bad finden würde ?  
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    Frank fuchs kommentierte auf Samstag, 22. März 2025 07:27
    Fest steht, das das Gelände im jetzigen Zustand einen Schandfleck darstellt. Man sollte jede Möglichkeit nutzen, dort ein Unternehmen anzusiedeln. Wenn DHL in Wedel investieren möchte, wird doch sicherlich so etwas wie eine Machbarkeitsstudie existieren,auf die man aufbauen könnte. Es ist doch so: Ohne zusätzliche Steuereinnahmen kein Raum fü[…]
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    Renate Palm kommentierte auf Freitag, 21. März 2025 20:04
    Ein Hinweis. Bei einem Betriebsübergang nach § 613a BGB werden auch die Arbeitsverträge übernommen. Eine Kündigung der Arbeitnehmer ist rechtlich selten durchsetzbar.