Wie die Wedeler Schuldenuhr berechnet wird

Wie die Wedeler Schuldenuhr berechnet wird

Auf der Startseite von wedel-politik.de wird eine Schuldenuhr angezeigt, die die Entwicklung der Verschuldung der Stadt Wedel im Jahr 2026 darstellt. Die Anzeige basiert nicht auf einer Live-Abfrage aus dem städtischen Rechnungswesen, sondern auf einer modellhaften Fortschreibung von Planwerten.

Dieser Artikel erläutert transparent, welche Zahlen verwendet werden, wie die Berechnung erfolgt und welche Aussagekraft die Schuldenuhr hat.

Ausgangspunkt: Der Schuldenstand zum Jahresende 2025

Die Berechnung beginnt mit dem bekannten Schuldenstand zum 31.12.2025. Dabei werden zwei Arten von Verbindlichkeiten berücksichtigt:

Zusammen ergibt sich daraus ein Ausgangswert von:

144.104.000 €

Dieser Wert bildet den Startpunkt der Schuldenuhr zum 01.01.2026.

Geplante Entwicklung der Verschuldung im Jahr 2026

Für das Jahr 2026 weist der Haushaltsentwurf Veränderungen bei der Verschuldung aus. Dabei ist zwischen Neuaufnahme von Krediten und Tilgung bestehender Verbindlichkeiten zu unterscheiden.

  • Neuaufnahme langfristiger Kredite: 22.614.300 €
  • Tilgung langfristiger Kredite: 6.554.600 €

Daraus ergibt sich für die langfristigen Kredite eine rechnerische Netto-Zunahme von:

16.059.700 €

Hinzu kommt ein zusätzlicher Bedarf an Kassenkrediten:

  • Kassenkredite (Finanzmittelsaldo): 16.172.800 €

Insgesamt ergibt sich damit für das Jahr 2026 eine geplante Netto-Zunahme der Verschuldung von:

32.232.500 €

Mögliche Fördergelder sowie die Gelder aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität werden erst berücksichtigt, wenn diese gesichert an die Stadt Wedel gezahlt werden. 

Die Berechnungslogik der Schuldenuhr

Die Schuldenuhr verteilt diese geplante Netto-Zunahme rechnerisch gleichmäßig über das gesamte Jahr 2026. Dazu wird der Jahreswert auf Sekunden heruntergerechnet und kontinuierlich fortgeschrieben.

Das entspricht ungefähr:

  • rund 1,02 € pro Sekunde
  • rund 61 € pro Minute
  • rund 3.660 € pro Stunde
  • rund 87.000 € pro Tag

Die Anzeige zeigt somit zu jedem Zeitpunkt einen rechnerischen Zwischenstand auf Basis dieser Annahme.

Was die Schuldenuhr zeigt

Die Schuldenuhr macht sichtbar, in welcher Größenordnung sich die Gesamtverschuldung der Stadt Wedel im Jahr 2026 entwickeln würde, wenn die im Haushaltsentwurf enthaltenen Annahmen eintreten.

Sie dient damit vor allem der Veranschaulichung und Einordnung der finanziellen Entwicklung.

Was die Schuldenuhr nicht zeigt

Die Schuldenuhr ist kein Abbild der tatsächlichen täglichen Kontostände. Sie zeigt ausdrücklich nicht:

  • den aktuellen Stand der städtischen Bankkonten
  • den genauen Zeitpunkt einzelner Kreditaufnahmen oder Tilgungen
  • kurzfristige Schwankungen in der Liquidität

Aktuelle, tagesgenaue Schuldenstände stehen der Öffentlichkeit und der Kommunalpolitik derzeit nicht in dieser Form zur Verfügung.

Warum zwischen Schuldenarten unterschieden wird

Für die Einordnung der Zahlen ist die Unterscheidung zwischen langfristigen Krediten und Kassenkrediten entscheidend:

  • Langfristige Kredite entstehen in der Regel durch Investitionen, etwa in Gebäude oder Infrastruktur.
  • Kassenkredite dienen der Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit und entstehen vor allem bei laufenden Defiziten.

Beide Formen wirken sich auf die finanzielle Situation der Stadt aus und werden in der Schuldenuhr gemeinsam betrachtet.

Einordnung: Modellhafte Darstellung

Die Schuldenuhr ist ein bewusst vereinfachtes Rechenmodell. Ihr Ziel ist es, die Größenordnung und Dynamik der Verschuldung verständlich darzustellen.

Sie ersetzt keine detaillierte Analyse des Haushalts, kann aber helfen, finanzielle Entwicklungen besser einzuordnen.

Datengrundlage und zeitliche Einordnung

Die verwendeten Planwerte stammen aus dem Haushaltsentwurf der Stadt Wedel für das Jahr 2026. Dieser wurde im Oktober 2025 erstellt.

Die Angabe zu den Kassenkrediten basiert auf einer ergänzenden Auskunft der Verwaltung.

Die Daten wurden am 19.03.2026 abgerufen und für die Berechnung verwendet.

Es handelt sich somit um eine Auswertung auf Basis der zuletzt verfügbaren Planungs- und Auskunftsdaten, nicht um aktuelle Echtzeitwerte.

Keine Kommentare

Einloggen, um einen Kommentar zu schreiben

  • Zusammenfassung des Artikels „Wer sichert sich Wedels Lost Place?“:
    3
    Thomas Fritz kommentierte auf Sonntag, 13. April 2025 09:00
    Ich finde die Ansiedelung von DHL gut und würde das gerne so beschloßen sehen. Die Idee eines zusätlichen EDEKA sehe ich skeptisch. Was garantiert uns das der Eigentümer nich EDEKAs an anderen Stellen in Wedel dafür schließt. Der EDEKA in den Welau-Arkaden wäre ein Ankermieter sein weggeang würde der Bahnhofstraße[…]
  • Zusammenfassung des Artikels „Wer sichert sich Wedels Lost Place?“:
    3
    Jan Luechau kommentierte auf Samstag, 22. März 2025 20:32
    Da stimme ich Ihnen in weiten Teilen zu – insbesondere was die Notwendigkeit angeht, diesen „Schandfleck“ endlich sinnvoll zu entwickeln. Eine wirtschaftliche Nutzung mit dem Ziel, neue Arbeitsplätze und Steuereinnahmen zu generieren, ist aus Sicht der CDU absolut wünschenswert. Was mögliche Ansiedlungen wie DHL betrifft: Bisher liegen uns[…]
  • Begründung zum Antrag der Maßnahmenerweiterung der CDU
    2
    Jan Luechau kommentierte auf Samstag, 22. März 2025 19:45
    Vielen Dank für Ihre Rückmeldung zum Artikel – auch wenn der Ton wieder einmal mehr auf Provokation als auf konstruktiven Austausch abzielt. Ich möchte dennoch auf Ihre Punkte eingehen: Warum wird das Personal in der Verwaltung aufgestockt? Ein Großteil der neuen Stellen resultiert aus rechtlichen Verpflichtungen. Ein Teil der nicht[…]
  • Warum kein privater Investor die Badebucht übernehmen wird
    4
    Jan Luechau kommentierte auf Samstag, 22. März 2025 19:33
    Die Annahme ergibt sich direkt aus den im Artikel genannten Punkten.
  • Warum kein privater Investor die Badebucht übernehmen wird
    4
    Jan Luechau kommentierte auf Samstag, 22. März 2025 19:30
    Vielen Dank für den Hinweis – völlig richtig: Bei einem Betriebsübergang nach § 613a BGB werden die Arbeitsverhältnisse in der Regel unverändert übernommen. Das schränkt natürlich auch die „Flexibilität“ eines möglichen privaten Betreibers deutlich ein und ist ein weiterer Grund, warum die Übernahme eines defizitären Betriebs w[…]
  • Begründung zum Antrag der Maßnahmenerweiterung der CDU
    2
    Frank fuchs kommentierte auf Samstag, 22. März 2025 08:35
    Warum wird das Personal in der Verwaltung aufgestockt.? Warum investiert die Stadtsparkasse in Holm und nicht in Wedel? Warum wird die Sparkasse nicht zu Geld gemacht? Letztendlich wundert mich auch folgendes: Wo war die CDU in den letzten 12 Jahren? Soweit ich mich erinnere, wurde Niels Schmidt urch die CDU[…]
  • Warum kein privater Investor die Badebucht übernehmen wird
    4
    Frank fuchs kommentierte auf Samstag, 22. März 2025 07:32
    Worauf beruht die Annahme, das sich kein Investor für ein privat betriebenes Bad finden würde ?  
  • Zusammenfassung des Artikels „Wer sichert sich Wedels Lost Place?“:
    3
    Frank fuchs kommentierte auf Samstag, 22. März 2025 07:27
    Fest steht, das das Gelände im jetzigen Zustand einen Schandfleck darstellt. Man sollte jede Möglichkeit nutzen, dort ein Unternehmen anzusiedeln. Wenn DHL in Wedel investieren möchte, wird doch sicherlich so etwas wie eine Machbarkeitsstudie existieren,auf die man aufbauen könnte. Es ist doch so: Ohne zusätzliche Steuereinnahmen kein Raum fü[…]
  • Warum kein privater Investor die Badebucht übernehmen wird
    4
    Renate Palm kommentierte auf Freitag, 21. März 2025 20:04
    Ein Hinweis. Bei einem Betriebsübergang nach § 613a BGB werden auch die Arbeitsverträge übernommen. Eine Kündigung der Arbeitnehmer ist rechtlich selten durchsetzbar.