Während die Pläne für den neuen Lidl-Markt an der Rissener Straße in weiten Teilen der Politik auf Zustimmung stoßen, sorgt eine aktuelle Stellungnahme der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen für Diskussionen. Es stellt sich die Frage, wie hoch die Hürden für private Investoren in Wedel hängen dürfen.
Die Forderungen der Grünen
Obwohl Lidl bereits zahlreiche ökologische Maßnahmen wie PV-Anlagen, Gründächer und E-Mobilität fest eingeplant hat, gehen diese der Grünen-Fraktion nicht weit genug. In ihrer Stellungnahme kritisieren sie den Abriss des erst 25 Jahre alten Gebäudes als nicht nachhaltig. Ihre Zustimmung knüpfen sie an „deutlich gesteigerte ökologische Standards“, die über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehen.
Konkret gefordert werden unter anderem ein vollständig recycelbares Holzbausystem, ein modernes Regenwassermanagement mit Retentionsdächern und sogar der Erhalt von Teilen des Bestandsgebäudes.
Sorge vor Investorfeindlichkeit
Diese Maximalforderungen stoßen bei anderen Fraktionen auf Unverständnis. Es besteht die Sorge, dass solche Bedingungen abschreckend auf Investoren wirken könnten. Wenn die Anforderungen so hochgeschraubt werden, dass sich ein Projekt wirtschaftlich kaum noch trägt, riskiert die Stadt den Abzug wichtiger Versorger und Steuerzahler.
Lidl zeigt bereits eine große Bereitschaft, massiv in den Standort Wedel zu investieren und dabei moderne Klimaschutzziele zu verfolgen. Ein 25 Jahre alter Markt entspricht in seiner Struktur – etwa bei Gangbreiten, Energieeffizienz und Logistik – oft nicht mehr den heutigen Anforderungen des Handels und der Kunden. Ein Neubau ist daher eine logische Konsequenz für einen zukunftsfähigen Standort.
Fazit
Die politische Herausforderung wird darin bestehen, ökologische Ziele mit wirtschaftlicher Realität in Einklang zu bringen. Werden Investoren durch immer neue, kostspielige Auflagen überfordert, könnte das am Ende zulasten der Stadtentwicklung und der wohnungsnahen Versorgung gehen. Wedel muss ein attraktiver Standort für Unternehmen bleiben, die bereit sind, in unsere Infrastruktur zu investieren.