In einem YouTube-Video vom 15. Januar 2025 stellt ein Wedeler YouTuber drei Vorschläge für Einsparungen vor, die der Stadt angeblich jährlich 367.000 Euro bringen sollen. Doch sind diese Vorschläge tatsächlich Sparmaßnahmen? Ein genauer Blick zeigt: Diese Ansätze sind keine echten Einsparungen, sondern verschieben Kosten oder generieren lediglich zusätzliche Einnahmen mit potenziellen Nachteilen. Hier die Analyse der drei Vorschläge:
1. Einführung der Bettensteuer
Die Bettensteuer könnte der Stadt Wedel geschätzte 200.000 Euro jährlich einbringen. Doch dabei handelt es sich um eine neue Steuer, die von den Übernachtungsgästen der Stadt erhoben würde – keine Einsparung. Zudem ist diese bereits im Haushaltsentwurf 2025 mit genau diesem Betrag eingeplant, was bedeutet, dass es sich nicht einmal um eine zusätzliche Einnahme handelt. Diese Maßnahme könnte sogar negative Effekte auf den Tourismus haben, da höhere Kosten potenziell Gäste abschrecken könnten. Zusätzlich entstehen Verwaltungsaufwände für die Erhebung und Kontrolle der Steuer, die die tatsächlichen Netto-Einnahmen verringern könnten.
2. Einführung der Zweitwohnungssteuer
Ähnlich wie die Bettensteuer ist auch die Zweitwohnungssteuer keine Sparmaßnahme, sondern eine zusätzliche Einnahmequelle. Diese würde laut Vorschlag 72.000 Euro pro Jahr einbringen. Allerdings ist diese Steuer bereits im Haushaltsentwurf 2025 mit 150.000 Euro eingeplant, und im Jahr 2023 wurden bereits Einnahmen von rund 140.000 Euro erzielt. Das bedeutet, dass es sich hierbei nicht um eine echte Einnahmenerhöhung handelt, sondern lediglich um eine Fortsetzung bestehender Maßnahmen. Solche Steuern können zudem bei den betroffenen Bürger*innen für Unmut sorgen und politische Spannungen erzeugen.
3. Streichung des Zuschusses an Wedel Marketing
Der Vorschlag, den jährlichen Zuschuss von 95.000 Euro für Wedel Marketing zu streichen, könnte auf den ersten Blick wie eine Einsparung wirken. Doch ein genauerer Blick zeigt, dass dies erhebliche negative Folgen hätte:
- Wedel Marketing übernimmt zentrale Aufgaben wie die Organisation von Veranstaltungen, die Unterstützung der lokalen Wirtschaft und das Stadtmarketing. Ohne den Zuschuss könnten diese Aufgaben nicht mehr erfüllt werden.
- Die Finanzierung des Vereins basiert zu 31 % auf dem städtischen Zuschuss. Fällt dieser weg, würden auch weitere Einnahmen wie Mitgliedsbeiträge (25 %) und Sponsoring (15 %) gefährdet, da der Verein in seiner aktuellen Form nicht bestehen bleiben könnte.
- Die Stadt müsste die wegfallenden Aufgaben selbst übernehmen, was voraussichtlich höhere Kosten verursachen würde als der derzeitige Zuschuss.
Dieser Vorschlag ist somit keine Einsparung, sondern eine Kostenverlagerung mit erheblichen Nachteilen für die Stadt.
Fazit
Keiner der drei Vorschläge stellt eine echte Sparmaßnahme dar:
- Die Bettensteuer und Zweitwohnungssteuer sind Einnahmequellen, keine Einsparungen, und können zusätzliche Verwaltungskosten oder negative Auswirkungen haben. Zudem sind beide bereits im Haushaltsentwurf 2025 berücksichtigt.
- Die Streichung des Zuschusses für Wedel Marketing würde wichtige Dienstleistungen gefährden und langfristig zu höheren Kosten führen.
Echte Sparmaßnahmen erfordern durchdachte Strategien, die langfristige Auswirkungen auf die Stadt und ihre Bürger*innen berücksichtigen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen verfehlen dieses Ziel und könnten der Stadt Wedel letztlich mehr schaden als nützen.